Posts By Jens Eber

Schade eigentlich

Kennen Sie diesen Moment, wenn einem das leckere Frühstück gleich wieder aus dem Gesicht fallen möchte? Ja? Ich auch. Erst heute hatte ich wieder so einen.

Rückblende: Vergangenes Jahr verwandte ich einige Zeit darauf, eine hübsche, kleine Kolumne zu entwickeln. Am Ende fand sogar ich, dass Entwurf und Exposé gelungen waren – und ich bin mir gegenüber ein sehr harter Kritiker. Ich schickte in den folgenden Wochen das Exposé an diverse Verlage, nachdem ich geprüft hatte, ob sie schon etwas ähnliches hatten oder ob es überhaupt zu ihnen passte.

Es geschah, was eben passieren kann: Ich bekam Absagen. Manche sehr freundlich und wertschätzend. Andere einzeilig. In einem süddeutschen Verlag aus dem genau so ein bratziger Einzeiler gekommen war, erschien nun online eine neue Kolumne, die fast genau der Idee entsprach, die ich damals vorgeschlagen hatte. Okay, die Kolumne hat eine Lebenssituation zum Thema, die mal vorkommen kann. Aber einen etwas merkwürdigen Geruch meinte ich wahrzunehmen, und zwar nicht vom Käse auf dem Frühstücksbrötchen.

Nun will ich gar keinen Ideenklau unterstellen, schließlich gilt auch für Redaktionen die Unschuldsvermutung. Ich tröste mich damit, dass der Autor eher langatmig schreibt. Sorry, aber manchmal ist ein Hauch Arroganz auch tröstlich. Wer sich für meine Idee interessiert, schreibt eine kurze Mail hierhin.

Die Bahn kommt…

…war, wenn ich mich nicht irre, mal ein Werbeslogan. Der ist nicht schlecht. Er besagt nicht, ob sie, die Bahn, ankommt, pünktlich oder gar nicht kommt. Es ist alles offen.

Kürzlich dachte ich an die armen Menschen im Stuttgarter Kessel und ihr Problem mit dem Feinstaub. Ich beschloss, mit der Bahn zu einem Interviewtermin zu fahren. Ja, das war wagemutig, denn aus unserem Landkreis heraus- und in die weite Welt hineinzukommen, ist eine Frage von viel Glück. Manchmal vertrödelt der Regionalexpress auf dem Weg nach Ulm so viel Zeit, dass man vom Anschlusszug nicht mal mehr die Schlusslichter sieht, manchmal fällt der Zug nach Aalen einfach aus.

Diesmal kam ich pünktlich nach Aalen. Bloß erfuhr ich dort (und nicht etwa über den aktivierten Verspätungsalarm), dass der Anschluss nach Stuttgart ausgefallen war. Eine halbe Stunde später sollte ein Intercity fahren. Alles in allem wäre ich etwa 45 Minuten zu spät gekommen. Also rasch angerufen, niemanden erreicht. Dann per Mail informiert. Im IC dann tröpfelte die Mail herein, dass eine Terminverschiebung leider nicht möglich sei.

Im letzten Moment sprang ich in Schwäbisch Gmünd aus dem Zug und wartete erneut eine halbe Stunde auf den Zug zurück nach Aalen. Kein großer Bahnhof, auch kein schöner. Und verdammt zugig.

Kurz gesagt: ich war fast vier Stunden unterwegs, hatte nichts auf Band und holte das Interview später per Telefon nach. Und zum Termin am nächsten Tag fuhr ich mit dem Auto. Man will ja auch mal pünktlich kommen. Die Bahn kommt … in der Provinz an das Auto leider nicht heran. Das ist schade.